Hallensportfest: Mission Titelverteidigung

Ein Bericht von Noël Backhaus

Lediglich sechs Jungs und Mädels, die letztes Jahr den Kreismeistertitel beim Hallensportfest der Grundschulen holten, waren auch dieses Jahr dabei. Dementsprechend traten am 21.02.2018 in den heimischen Hallen 18 hochmotivierte, aber auch sehr nervöse Kinder der Klassen zwei bis vier an, um den Titel zu verteidigen.

Insgesamt bestand der Wettbewerb aus sieben verschiedenen Disziplinen. Alle Kinder mussten Turnen, Tanzen, einen Biathlon, eine Dribbel-Wurf-Staffel, eine Sprungstaffel, einen Koordinationsparcours und ein Joker-Völkerball-Turnier absolvieren. Hier waren also Allroundsportler gefragt! Bereits in den letzten Wochen haben Sie sich akribisch in der Talent-Aufbau-Gruppe und dem Sportunterricht auf diesen Tag vorbereitet. Dass bei der überwiegend männlichen Truppe weder Tanzen noch Turnen dabei beliebt waren, machte es nicht unbedingt leichter.

Und so sollte das Turnier starten mit dem unbeliebten Turnen und enden mit dem unbeliebten Tanzen. Beim Turnen musste jeder eine festgelegte Kür an insgesamt sechs Geräten zeigen. Jeder wurde hierbei an jedem Gerät einzeln bewertet, daraus wurde, wie auch in vielen anderen Disziplinen, der Durchschnitt errechnet. Manche der Jungs, wie beispielsweise Tizian Iske, zeigten hierbei eine souveräne Leistung. Die sechs Mädels überzeugten durch die Bank. Doch als Franziska Wilke turnte, schaute die ganze Halle nur ihr fasziniert zu. Franziska war die Jüngste und mit Abstand die Kleinste im Starterfeld, aber die siebenjährige Zweitklässlerin zeigte es allen anderen und holte als einzige im ganzen Wettbewerb in allen sechs Geräten die Höchstpunktzahl. BRAVO! Leider reichte diese Glanzleistung nicht, um den besten Durchschnitt zu erreichen. Wir wurden hierbei lediglich Zweiter.

Als nächstes ging es zur Dribbel-Wurf-Staffel, bei der man einen Ball prellen, aus 3,5 Metern Entfernung an die Wand schmeißen und den Ball anschließend 20 Meter weit zurückwerfen musste. Leider zeigten hier nicht alle die Leistungen der letzten Wochen. Unter anderem deshalb schafften wir es hier auch „nur“ auf den zweiten Platz.

Aber halt, wollten wir nicht den Titel verteidigen? So funktioniert das jedenfalls nicht!

Also begann nun die Aufholjagd auf die bis dato ungeschlagene Sachsenberger Grundschule. Bei der Sprungstaffel zeigten alle was in ihnen steckt. Binnen vier Minuten mussten so viele Punkte wie möglich „ersprungen“ werden. Durch eine geschlossene Mannschaftsleistung ergatterten wir uns hier mit mehr als 50 Punkten Vorsprung souverän den ersten Platz.

Nun stand der Koordinationsparcours an. Man musste sich und einen Ball rollen, Slalomlaufen, Hürdenlaufen, Balancieren, Klettern und Sprinten. Und das natürlich so schnell wie möglich! Als unser letzter Läufer Simon Marpe auf den Parcours ging, konnten die anderen nicht mehr ruhig zuschauen, sie liefen mit. Simon meisterte so einen fehlerfreien, schnellen Lauf, langsamer durften wir auch nicht sein. Letztendlich waren wir nur eine Sekunde schneller als der Zweitplatzierte.

Biathlon hieß die nächste Disziplin. Neben schnellem Laufen war auch Geschicklichkeit und Wurffähigkeit gefragt. Direkt vor uns waren wiederum die Sachsenberger Kids dran und machten es gut. Doch sollten wir es noch besser können? In der Vorbereitung mussten viele Zweierlaufteams sieben und mehr Strafrunden pro Lauf in Kauf nehmen, so etwas konnten wir uns heute nicht leisten. Und wir taten es auch nicht. Stattdessen zeigten beispielsweise Till Bremmer und Mogens Freund, genauso wie Hannah Huber und Malia Kamm fehlerfreie Runden. Auch diese Disziplinen dominierten wir.

Da die Kids richtig gezählt hatten, wussten sie, wenn sie die nächste Disziplin auch gewinnen, kann ihnen den Titel niemand mehr nehmen. Beim Joker-Völkerball-Turnier war neben sportlichen Fähigkeiten auch Spielverstand gefragt. Lana Amert und Fynn Schüttler machten hierbei als Königin und Joker einen guten, fast fehlerfreien Job. Doch kurz vor Ablauf der Zeit wurde unser Joker getroffen. Bei diesem Spiel traten wir abermals gegen unsere „Erzrivalen aus Sachsenberg“ an, die mit ein bisschen Glück den Sieg holten

Das gab es doch nicht! Der unbeliebte Tanz musste jetzt entscheiden. Sowohl die Sachsenberger Schule als auch die Ederseeschule hatte jeweils drei Disziplinen für sich entschieden.

Erst am Morgen, als noch kein Gegner da war, haben wir den Tanz fertig gestellt. Wir hatten einen anspruchsvollen Tanz mit Holzstäben und Hochsprungstangen eingeübt, bei dem auch mal gekämpft werden musste, genauso wie exaktes Sprungtiming gefragt war. Souverän tanzten, sprangen und kämpften die Jungs und Mädels so gut sie konnten, mehr konnte man nicht erwarten. Die Sachsenberger mussten jetzt nachziehen. Sie zeigten einen akkuraten Linedance. Ja, er war synchroner als unserer, aber neben Synchronität, bewerte die Jury auch die Schwierigkeit und die Ausführung.

Niemand wusste wer nun gewonnen hat. Die Jury zog sich noch einmal zur Beratung zurück. Und verkündete dann das Ergebnis. Sie konnten sich nicht entscheiden. Beide Tänze hatten für sie Stärken und Schwächen. Als der Sieger verkündet wurde, hatten die beiden Rivalen gleichsam zu unserem Tanztitel „good feelings“ auch good feelings.

Ein Novum! Sowohl die Grundschule Sachsenberg als auch wir, die Ederseeschule Herzhausen, sind Kreismeister!

Herzlichen Glückwunsch!